Erfolg braucht Raum

Dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Die Idee kam mir kurz nach einer Aufstellung, und seitdem kann ich sie nicht mehr loswerden. Er klingt so kraftvoll und erzählt mir unzählige Geschichten.

Erfolg ist etwas, das jede von uns gern hätte. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand beruflich erfolgreich sein oder einfach die Rolle als Mutter oder Vater gut ausfüllen möchte. Am Ende wollen wir alle etwas gut machen, etwas Bleibendes schaffen und dafür Anerkennung erhalten.

Und obwohl Erfolg so erstrebenswert ist, fällt es oft schwer, ihn zu erreichen. Und ich kann ein Lied davon singen. Mein Leben verlief die meiste Zeit ganz anders als erfolgreich. Nichts klappte langfristig, vieles wurde kompliziert, und oft wusste ich nicht weiter. In meinen Augen war ich eine riesengroße, unsichtbare Versagerin. War es für mich aussichtslos, jemals erfolgreich zu werden?

Die Antwort: Nein!

Ich hätte schon längst viel Erfolg gehabt, wenn ich ihm in meinem Leben Raum gegeben hätte. Doch da ich es nicht tat, konnte er sich nicht entfalten. Ich schnitt ihm den Weg ab und machte einfach keinen Platz für ihn.

Also, wenn jede von uns erfolgreich sein könnte und es doch nicht immer so ist – wie kann ich das ändern?

Indem ich Raum erschaffe:

1. Materieller Raum

Wir Menschen sammeln gern und behalten Dinge so lange wie möglich. Wenn das nicht so wäre, bräuchten wir keine Gegenbewegung namens Minimalismus. Ich habe schon mehrmals ausgemistet – nicht nur während meiner 16 Umzüge! – und trotzdem bleibt jede Menge übrig.

Alles, was mich umgibt, hat eine Wirkung auf mich:

  • Geschenke, die mir gar nicht gefallen (auch wenn sie gut gemeint sind).

  • Erinnerungsstücke, die in mir Wehmut auslösen – warum tue ich mir das an?

  • Kaputte Dinge – Kleidung, Geräte usw.

  • Dinge, die ich "vielleicht noch brauche" – doch wenn ich ehrlich bin, werde ich sie nie nutzen.

Wenn all das täglich in meiner Umgebung ist, wie soll dann Platz für Neues entstehen? Erfolg braucht Freude, Entschlossenheit und Mut – doch diese Gefühle lassen sich schwer mit trostlosen Anblicken verbinden.

2. Zeitlicher Raum

Ein Termin hier, ein Treffen mit der Familie dort, dann eine Party mit Freunden, der Haushalt ruft, das Kind will beschäftigt werden, und mein Mann findet wieder nicht den Teigroller

Nicht nur die Termine in meinem Kalender füllen meinen Alltag, sondern auch all die unbewussten Aufgaben, die ich übernehme:

  • Ständig erreichbar sein

  • Termine für andere im Blick behalten

  • Als wandelnde Google-Suchmaschine dienen

  • Verschiedene Rollen übernehmen: Vermittlerin, Organisatorin, Animateurin und vieles mehr

Das Schlimmste ist jedoch der Terminkalender im Kopf, der selbst in Ruhephasen nicht stoppt:

  • Was sind die nächsten To-dos?

  • Wann bringe ich was unter?

  • Was sage ich zu XY?

Erfolg braucht bewusst gesetzte Prioritäten. Doch wie soll das funktionieren, wenn ich nicht einmal Zeit dafür habe? Meist sind es nicht einmal die offiziellen Termine, die uns aufhalten, sondern all die Aufgaben, die wir unbewusst auf uns nehmen.

3. Innerer Raum

 

  • Wie geht es mir mit meinen Überzeugungen und Gefühlen?

  • Wie gut kenne ich mich selbst?

  • Lebe ich nach meinen eigenen Werten oder nach den Erwartungen anderer?

  • Wie ausgewogen ist das Verhältnis zwischen Aktivität und Ruhe in meinem Leben?

Nur wer ein aufgeräumtes Innenleben hat, kann wirklich erkennen, was ihm wichtig ist. Solange ich nicht weiß, was mir am Herzen liegt, kann ich nicht gezielt darauf hinarbeiten – und der Erfolg bleibt aus. Denn am Ende sind es nur die Erfolge, die uns persönlich erfüllen, die wirklich zählen, nicht die, die wir für andere erreichen.

Also, ich gehe jetzt (wieder) aufräumen. Machen Sie mit?

*Alle Beiträge spiegeln ausdrücklich meine persönliche Erfahrung, Erkenntnisse und Meinung wider

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